{tag 1: Hautajärvi - Savilampi, 15,5 km (6 Std.)} Um 9:30 Uhr fährt der Bus von Ruka zum Hautajärvi Informationszentrum. Viel zu früh, wenn man vorher noch seinen Rucksack komplett packen muss, aber schließlich schaffen wir es doch noch so gerade. An der Bushaltestelle warten auch schon eine ganze Menge andere Wanderer. Um 10:15 sind wir in Hautajärvi und die erste Tour auf der Bärenrunde beginnt. Die ersten 3 km bis zum Nationalpark sind zwar etwas langweilig und nicht so schön, der Rest der Strecke jedoch durchaus interessant mit teilweise schönen Ausblicken auf den Savinajoki. Mit schmerzenden Füßen erreichen wir schließlich Savilampi, eine schöne Hütte für 10 Personen in der Nähe des Oulanka Canyon. Später am Abend machen wir noch einen Ausflug zum nahen Oulanka Canyon, eine beeindruckend tiefe und steile Schlucht.

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{tag 2: Savilampi - Ansakämppä, 20 km (8 Std.)} Auf den ersten 4 km bis Taivalköngäs bieten sich uns teilweise sehr schöne Aussichten auf den hier zu einem See verbreiterten Fluss. Bei Taivalköngäs überqueren wir noch mehrere Hängebrücken, bevor der Weg recht unspektakulär bis zum Oulanka National Park Visitor Center weitergeht. Nach einer Mittagsrast geht es weiter zu den 1 km weiter gelegenen Kuitaköngäs Stromschnellen. Nach ausgiebiger Fotopause sind die letzten 5 km bis Ansakämppä schnell zurück gelegt. Leider ist die Hütte im Dezember 2002 abgebrannt und bisher noch nicht wieder aufgebaut. Und nach wunderschönem Sonnenschein heute morgen fängt es nun auch an zu regnen. Zum Glück ist es aber nicht mehr ganz so kalt wie noch vor 2 Tagen, als wir im Zelt ziemlich gefroren haben.

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{tag 3: Ansakämppä - Jussinkämppä, 9 km (3 Std.)} Wir schlafen ziemlich lange, weil wir nicht in den Regen hinaus wollen. Als der Regen schließlich doch aufhört, können wir frühstücken, doch fängt es direkt wieder an. Da wir keine Lust haben, das Zelt im Regen abzubauen, bleiben wir noch ein bißchen im Zelt sitzen und hoffen, dass der Regen wieder aufhört. Erst nach 2 Stunden wird es ein wenig besser und wir bauen schnell das Zelt ab, bevor es wieder schlimmer wird. Wir haben sowieso beschlossen, angesichts des Wetters heute nur 9 km bis zu nächsten Hütte zu gehen. Der Weg ist ziemlich anstrengend, es geht eigentlich nur bergauf. Zudem ist alles ziemlich matschig. So sind wir dann recht froh, als wir die Jussinkämppä erreichen und uns aufwärmen und die Sachen trocknen können. Abends treffen wir beim Lagerfeuer 2 Tschechen, die wir schon am ersten Tag gesehen hatten. Später gesellen sich noch zwei Franzosen dazu, so dass es trotz Kälte ein ganz netter Abend wird. Gegen Ende verziehen sich auch die Wolken wieder und die Sonne scheint wieder. Die Nacht ist leider recht unruhig, da in der großen Hütte (20 Pers.) irgendwie immer jemand Lärm macht oder schnarcht. Außerdem riechen Wanderer nach ca. 3 Tagen ohne Wasser auch nicht mehr wirklich gut...

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{tag 4: Jussinkämppä - Porontimajoki, 23 km (9 Std.)} Es ist ziemlich kalt heute morgen. Das Thermometer eines Finnen zeigt nur 4°C. Die Sonne ist auch nicht mehr zu sehen aber wenigstens ist es trocken. Wir sind auch um einiges frischer als gestern, so dass wir gut voran kommen. Der Weg ist auch ein wenig trockener und zunächst geht es viel bergab. Später geht es längere Zeit dicht am Ufer des Kitkanjoki entlang; eigentlich recht angenehm. Am/In Horrisuvanto machen wir Mittagspause, das Lagerfeuer brennt noch von anderen Wanderern, die gerade aufbrechen. Seit ein paar Kilometern laufen wir nun auch auf der "kleinen Bärenrunde", daher treffen wir hier auch auf viele Tagestouristen. Am Lagerfeuer gesellen sich so nach und nach auch die anderen Wanderer, die mit uns in der Hütte übernachtet haben hinzu. Nebenbei machen wir noch die Entdeckung, dass unsere Salami über dem Feuer gegrillt (mit den überall vorhandenen Spießen zum grillen von Makkaras) hervorragend schmeckt. Vor allen anderen verlassen wir den Platz über die nagelneue Hängebrücke. Einige Kilometer weiter erreichen wir ein weiteres Highlight der Bärenrunde: den Jyrävä-Wasserfall. Durch eine enge Felsspalte stürzen sich die Wassermassen des Kitkanjoki in die Tiefe. "One of the most spectacular unbound falls in Finland" sagt zumindest unser Begleitheftchen. Unterhalb des Wasserfalls liegt sehr einladend die Siilasmaja-Hütte, die wir jedoch schweren Herzens hinter uns lassen, da unser Ziel noch 9 km entfernt liegt. Kurz hinter Jyrävä verlassen wir den Oulanka-Nationalpark. Und mit der Nationalparkgrenze lassen wir auch vorerst die schöne Natur hinter uns. Nach ein paar km wird es aber wieder ein bisschen grüner. Weite Strecken führen uns auf Holzbohlen durch den Sumpf. Die letzten Kilometer ziehen sich noch ziemlich in die Länge und so sind wir froh, als wir erschöpft den Porontimajoki erreichen. Hier gibt es eine sehr schöne ehemalige Mühle (die zwar nicht mehr klappert, aber trotzdem am rauschenden Bach liegt) und eine weitere Hütte mit Platz für 6 bzw. 4 Personen. Die eine ist sogar noch für uns frei. Sofort heizen wir den Ofen an und verbringen den Abend in der gemütlich warmen Hütte. P.S: Der Hit an dieser Hütte sind jedoch die Toiletten, die besten auf dem Weg: nagelneu, mit Kunstrasen auf dem Fußboden und mit Spiegel an der Wand (zum ersten Mal seit vier Tagen wieder das eigene Spiegelbild sehen!)

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{tag 5: Porontimajoki - Ruka, 16 km (7 Std.)} Letzter Tag auf der Bärenrunde. Anfangs ist der Weg recht langweilig und führt schnurgerade durch die flache Landschaft. Schon glauben wir, die letzten km schnell zurücklegen zu können, da ändert sich die Landschaft komplett: Bis Ruka nur noch ein anstrengendes auf und ab. Doch die Aussichten lohnen sich und auch die Wolkendecke reißt auf und bis Ruka haben wir strahlenden Sonnenschein. Wenn doch bloß von jedem Berg eine Brücke auf den nächsten führen würde! So muss man ständig durch tiefe Täler. Aber letztendlich erreichen wir doch den 492 m hohen Valtavaara von dem sich eine fantastische Rundumaussicht eröffnet. Nach längere Rast erreichen wir Ruka mit dem einzigen Gedanken: Dusche! Die Nacht gönnen wir uns ein Luxusmökki mit eigener Sauna. Direkt am See! Wir schlafen so gut wir lange nicht mehr. Ohne Schnarcher und stinkende Käsefüße.

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